Abriebzahl/Abriebklasse
Als Abriebzahl bezeichnet man den Wert, mit dem die Abriebbeständigkeit eines Laminatbodens angegeben wird. Er wird im sogenannten Taber-Test ermittelt und nach der neuen Euro-Norm EN 13329 Abriebklassen zugeordnet. Diese sind ein wichtiger Bestandteil bei der Festlegung von Beanspruchungsklassen, welche den Einsatzbereich eines Laminatbodens kennzeichnen. Die Abriebbeständigkeit ist einer von vielen Faktoren, die zur Beurteilung der Qualität herangezogen werden müssen.
Aufbau
Beim Laminatboden spricht man von einem dreischichtigen Aufbau: 1. Dekorpapier + Overlay, 2. Trägerplatte, 3. Gegenzug. Dekorschicht, Overlay und Gegenzug sind mit speziellen hitzegehärteten Kunstharzen imprägniert. Unter hohem Druck werden sie mit der Trägerplatte verpresst.
Beanspruchungsklasse
Qualitätskategorie nach der Euro-Norm EN 13329, die den Einsatzbereich eines Laminatfußbodens kennzeichnet. Man unterteilt zwischen "Wohnen" und "Gewerblich" bei mäßiger, normaler und starker Nutzung. Anhand von Piktogrammen (= Bildsymbole) werden die Klassen auf der Produktverpackung angegeben. Welches Produkt in welche Klasse eingeordnet wird, hängt von folgenden Kriterien ab: Abriebbeständigkeit, Stoßfestigkeit, Fleckenunempfindlichkeit, Verhalten gegenüber Zigarettenglut, Verhalten beim Verschieben eines Möbelfußes, Stuhlrolleneignung, Quellverhalten.
Brandklasse
Einstufung der Entflammbarkeit eines Laminatfußbodens in sogenannte Brennbarkeitsklassen. Sie sind vom Hersteller nachzuweisen. Soweit in Produktinformationen der Hinweis Brandklasse DIN 4102-B1 auftaucht, bedeutet dies "schwer entflammbar".
Dekor / Dekorschicht
Bezeichnung für das Aussehen der Oberfläche eines Laminatbodens. Mittels fototechnischer Reproduktion wird ein beliebiges Motiv erstellt und im Tiefdruckverfahren auf ein sogenanntes Dekorpapier aufgedruckt. Das Spektrum der Dekore reicht von originalgetreuen Holzreproduktionen bis hin zu Stein-, Keramik- und Phantasiedekoren. Nach dem Verpressen des fertig bedruckten und beschichteten Dekorpapiers mit dem Overlay spricht man von der Dekorschicht.
DPL
Abkürzung für engl. Direct Pressure Laminate (= direkt verpresstes Laminat). Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Dekorschicht und Gegenzug direkt mit der Trägerplatte verpresst werden.
Druckfestigkeit
Hinweis auf das Verhalten eines Laminatfußbodens beim Eindruck von Möbeln, Pfennigabsätzen o.ä.;
Emissionsklasse
Begriff, der in Produktinformationen häufig verwendet wird. Die Bezeichnung E1 bedeutet, daß der gesetzlich vorgeschriebene Formaldehyd-Grenzwert von 0,1 ppm (= 0,12 mg/m3 Luft) eingehalten wird. Markenhersteller liegen mit ihren Produkten sogar weit darunter.
Entsorgung
Verlegereste von Laminatböden o.ä. können mit dem ganz normalen Hausmüll entsorgt werden. Komplette, ausrangierte Böden gehören direkt auf die Mülldeponie. Da Laminatböden überwiegend aus Holz bestehen, werden sie dort weitgehend verrotten.
Euro-Norm
In der Euro-Norm für Laminatfußböden EN 13329 werden die Kriterien, die an einen qualitativ hochwertigen Boden zu stellen sind, und die entsprechenden Prüfverfahren erstmals systematisch und vollständig aufgelistet. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Festlegung von Beanspruchungsklassen. Sie ermöglichen dem Verbraucher, ein Qualitätsprodukt zu erkennen und seinen Bedarf genau einzuschätzen.
Fleckenunempfindlichkeit
Hinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Substanzen, die im täglichen Leben benutzt werden, wie z.B. Lebensmittel, Getränke etc. Von der porenfreien (= geschlossenen) Oberfläche können Flecken jederzeit problemlos entfernt werden.
Fußbodenheizung
Laminatboden ist entsprechend den Herstellerangaben für die Verlegung auf Untergründen mit Warmwasserfußbodenheizung geeignet. Der geringe Durchlasswiderstand wirkt sich günstig auf den Betrieb aus.
Gegenzug
Bezeichnung für die imprägnierte Schicht auf der Unterseite der Trägerplatte. Diese Schicht trägt zur Formstabilität des Bodens bei.
HDF
Abkürzung für engl. High Density Fibreboard (= hochverdichtete Faserplatte) Sie wird häufig als Trägerplatte für den Laminatboden eingesetzt. Aufgrund der hohen Materialdichte ist HDF besonders stark belastbar.
HPL
Abkürzung für engl. High Pressure Laminate (= Hochdruck-Schicht-Preßstoff). Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem zunächst Dekorpapier und Overlay mit speziellen Kraftpapieren verpresst werden. Erst in einem zweiten Schritt wird dieser sogenannte Hochdruck-Schicht-Preßstoff auf die Trägerplatte verleimt. Aufgrund der zusätzlichen Kraftpapiere im Schichtpressstoff ist der Boden besonders stark belastbar.
Kratzfestigkeit
Hinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Kratzeinwirkung. Die Kratzfestigkeit eines Bodens gilt als besonderes Qualitätsmerkmal. Sie wird ermittelt, indem eine Diamantspitze über eine Prüffläche gezogen wird.
Laminat
Umgangsprachlich gebräuchliche Abkürzung für Laminatfußboden (siehe Aufbau).
Lichtechtheit
Hinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Lichteinwirkung. "Stufe 6 nach Blauskala" besagt, daß der Boden seine Farbechtheit auch bei intensiver Sonneneinstrahlung weitgehend behält.
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MDF
Abkürzung für engl. Medium Density Fibreboard (= mittelverdichtete Faserplatte). Sie wird oft als Trägerplatte für den Laminatboden eingesetzt und ist leichter als die hochverdichtete Faserplatte (HDF).
Nut und Feder
Seitlich angefräste Profilkonstruktion, die das Ineinanderschieben der einzelnen Paneele ermöglicht. Die Verbindung von Nut und Feder sorgt für eine stabile Bodenkonstruktion und schützt den Boden vor dem Eindringen von Feuchtigkeit.
Overlay
Bezeichnung für die oberste Schicht eines Laminatbodens (auch Lauf- oder Nutzschicht). Das Overlay besteht aus Melaminharz, das dem Boden seine hohe Strapazierfähigkeit verleiht. Es schützt die darunter liegende Dekorschicht.
Quellverhalten
Laminatfußböden dürfen mit einigen Ausnahmen nicht in Nassräumen, Saunen und Außenanlagen eingesetzt werden, da die im Boden enthaltenen Holzwerkstoffe bei starker Wasser- und Feuchtigkeitseinwirkung aufquellen können.
Raumschall/Trittschall
Der Raumschall ist das Geräusch, das beim Betreten des Laminatbodens im Raum erzeugt wird. Man unterscheidet den Raumschall vom Trittschall. Mit Trittschall bezeichnet man das Geräusch, das beim Gehen über einen Laminatboden in den darunter liegenden Räumen entsteht. Die Stärke des Raumschalls wird nach der EPLF®-Raumschall-Norm in Sone-Werten angegeben. Sone-Werte sind absolute und lineare Zahlen, die miteinander vergleichbar sind und dadurch einen objektiven Bewertungsmaßstab darstellen.
Reinigung und Pflege
Die geschlossene Oberfläche des Laminatfußbodens ermöglicht problemloses Reinigen. Einfach saugen, fegen oder wischen - fertig! Beim Wischen darauf achten, daß der Aufnehmer gut ausgewrungen ist. Man bezeichnet dies als "nebelfeuchtes" Wischen.
Reparatur
Stark beschädigte Fußbodenelemente lassen sich vom Fachmann so austauschen, dass optisch keine Unterschiede zur Gesamtfläche erkennbar sind. Zur Behebung kleiner schadhafter Stellen werden Reparatursets angeboten.
Stoßfestigkeit
Hinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Stoßeinwirkung, beispielsweise beim Herunterfallen eines schweren Gegenstandes. Die Stoßfestigkeit eines Bodens wird im Test durch eine fallende Kugel ermittelt.
Stuhlrolleneignung
Spezielle Gebrauchseigenschaft von Fußböden. Sie wird getestet, indem belastete, weiche Stuhlrollen auf einer Prüffläche rotieren. Nach mehreren tausend Umdrehungen wird der Boden auf Beschädigungen untersucht.
Taber-Test
Klassisches Verfahren zur Ermittlung des Abriebverhaltens eines Laminatbodens. Dabei rotiert ein Prüfstück unter zwei Abriebrädern, die mit Schmirgelpapier versehen sind. Drehgeschwindigkeit, Typ und Wechsel des Schmirgelpapiers sind genau vorgeschrieben. Die Anzahl der Umdrehungen bis zu einem bestimmten Punkt, dem IP (= Initial-Point) ergibt die Abriebzahl. Diese wird bestimmten Abriebklassen zugeordnet.
Trägerplatte
Mittlere Schicht eines Laminatbodens. Sie besteht aus HDF, MDF oder Spanplatte. Auf die Trägerplatte werden Dekorschicht + Overlay (Oberseite) und Gegenzug (Unterseite) verpresst.
Trittschalldämmung
Unterlagen wie Polyethylen-Schaumfolie, PU-Matten, Rippenpappe oder Wollfilz sorgen bei "schwimmend" verlegtem Laminatboden dafür, daß der Trittschall reduziert wird.
Umweltverträglichkeit
80 Prozent des Laminatfußbodens bestehen aus Holz. Wie jedes Holzprodukt enthält auch Laminatboden die Substanz Formaldehyd. Die Menge möglicher Formaldehyd-Emissionen ist jedoch durchweg sehr gering und liegt weit unter dem gesetzlich zulässigen Grenzwert von 0,1 ppm (= 0,12 mg/m3 Luft), dem sogenannten E1-Wert. Vor diesem Hintergrund können Laminatböden problemlos überall eingesetzt werden, selbst in Kinderzimmern, so das unabhängige Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut für Holzforschung (WKI), Braunschweig.
Wandabstand
Abstand zur Wand, der beim Verlegen eines Laminatbodens beachtet werden muss. Die sogenannte Dehnungsfuge gewährleistet, daß sich der Boden - z.B. bei klimatischen Veränderungen - ausdehnen kann. Der Abstand zur Wand sollte mindestens 8 mm betragen. Dieser Wert ist auch bei Heizungsrohren Türzargen, Pfeilern etc. einzuhalten.
Verlegen
Laminatfußboden wird meistens "schwimmend" verlegt, d. h. der Boden wird anders als z.B. Teppichboden nicht mit dem Untergrund verklebt. Mit Hilfe von Nut und Feder werden die einzelnen Paneele ineinander geklickt. Beim Verlegen unbedingt die Verlegehinweise des jeweiligen Herstellers beachten!
Wandabschlussleisten / Fußleisten
Schließen den Boden zur Wand hin ab. Im Handel sind passend zu den Dekoren eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte erhältlich. Interessante Effekte erzielt man mit andersfarbigen Wandabschlußleisten.
Zigarettenglut-Beständigkeit
Hinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Zigarettenglut. Aufgrund der porenfreien Oberfläche und der hohen Temperaturbeständigkeit des melaminharzbeschichteten Overlays können auf Laminatböden keine sichtbaren Schäden durch glimmende oder ausgetretene Zigaretten entstehen.
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