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Verband der Europäischen Laminatbodenhersteller e.V.

Türkischer Protektionismus gegen deutsche Laminatböden EU-Außenpolitiker Elmar Brok trifft EPLF bei Windmöller Flooring Products WFP

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Das Anti-Dumpingverfahren der Türkei gegen Laminatboden aus Deutschland war Anlass für den Vorsitzenden des außenpolitischen Ausschusses des europäischen Parlaments, Elmar Brok MdEP, bei einem Besuch der Firma Windmöller Flooring Products WFP GmbH, Augustdorf, auch die Führung des EPLF Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V., Bielefeld, zu einem Meinungsaustausch zu treffen. Windmöller ist der einzige Laminatbodenhersteller in Broks Wahlkreis Ostwestfalen-Lippe. Brok hatte im laufenden Verfahren mehrfach für die Argumente der deutschen Hersteller den Weg bis zur EU-Handelskommissarin als höchster Instanz geebnet, nachdem deutsche Behörden in solchen Drittländer-Angelegenheiten nur noch beratend wirksam werden können.

 

Kurz vor Weihnachten 2013 hatte das türkische Wirtschaftsministerium eine Überraschung für die deutschen Herstellerwerke von Laminatfußböden bereit: Am 18. Dezember 2013 verkündigte die Behörde den Start eines Ermittlungsverfahrens wegen Preis-Dumpings bei Laminatboden-Importen deutscher Herkunft. 18 Monate und etliche Hunderttausende Euro Verfahrenskosten für die betroffenen Unternehmen später gab es bei dem nach WTO-Regularien und einer nationalen Durchführungsverordnung umgesetzten Verfahren ein Ergebnis: Fünf kooperierende Unternehmen – also solche, die sich aufgrund nennenswerter Exporte auf das Verfahren eingelassen hatten – werden für die kommenden fünf Jahre mit Anti-Dumping-Abschöpfungen zwischen 0,00 USD/m² (Falquon) und 0,53 USD/m² (MeisterWerke) belegt. Türkei-Lieferungen der nicht kooperierenden Unternehmen werden linear mit 1,05 USD/m² abgestraft. Angesichts des durchschnittlichen Warenwertes eines Quadratmeters Laminatboden sind das durchaus erhebliche Aufschläge.

Der EPLF sieht sich angesichts auch türkischer Mitglieder in einer im Prinzip neutralen Position. Verbandspräsident Ludger Schindler: „Wir sind gegen jede Art von Protektionismus genauso wie gegen Handelskriege mit gedumpten Preisen.“ Allerdings konnte der Verband den türkischen Behörden fehlerhafte Untersuchungsmethoden und -ergebnisse nachweisen. Darauf wurde bei einem Hearing in Ankara mündlich wie schriftlich aufmerksam gemacht. Verbandsgeschäftsführer Peter H. Meyer: „Die türkische Durchführungsverordnung funktioniert bei Commodities, nicht bei marketingintensiven Hochwert-Produkten. Die konsequente Anwendung führt zu dem schwachsinnigen Ergebnis, dass ein ohnehin hochpreisiger Anbieter mit einem hohen Anteil nationaler Marketingaufwendungen mit der höchsten Strafe belegt wird.“

Aus Sicht des EPLF ist die protektionistische Absicht der Türken, die deutschen Anbieter zu schädigen, bereits durch das Verfahren als solches erfolgreich gewesen. Horrende Verfahrenskosten für Datenermittlung und -bereitstellung sowie internationale Rechtsberatung gemeinsam mit den Unsicherheiten in den Absatzkanälen während der 18-monatigen Laufzeit haben den Zugang für die deutschen Hersteller zu diesem nachfragestärksten europäisch-asiatischen Markt nachhaltig geschädigt. Wohl auch aus Kostengründen verzichten die betroffenen Unternehmen nun auf Schutzklagen gegen die Türkei.

Nicht so die europäische Kommission: Brok äußerte Zweifel, ob angesichts der bestehenden Zollunion zwischen der EU und der Türkei von 1995 ein Verfahren gegen ein einzelnes Land überhaupt möglich sei. Ähnliche Verfahren bei Tapeten und Primär-PVC aus Deutschland legten nahe, dass in der Türkei innenpolitisches Machtkalkül eine Rolle spiele. Selbst TTIP wirke hier in eine sensible Interessenbalance hinein. Grund genug, so Brok, bei anstehenden Gesprächen zwischen der türkischen Regierung und der EU-Kommission eine harte Haltung in Fragen des türkischen Protektionismus einzunehmen.
www.eplf.com

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Bildunterschrift
elnd1511_b1: Am 26. August besuchte der Europaabgeordnete Elmar Brok die Firma Windmöller Flooring Products WFP GmbH in Augustdorf und traf dort auch die Führung des EPLF zu einem Meinungsaustausch, v.l.: Matthias Windmöller (Windmöller Flooring Products WFP GmbH), Elmar Brok (MdEP), Ludger Schindler (Präsident EPLF), Ulrich Windmöller (Windmöller Flooring Products WFP GmbH). –  Foto: EPLF

Kontakt Presse

EPLF®
Verband der Europäischen Laminatbodenhersteller e.V.
Anne-Claude Martin
Pressereferentin
pressateplf [dot] com
Rue Defacqz 52
1050 Ixelles
Tel. +32.(0)2.536.86.74
 

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